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Wahrscheinlichkeitsrechnung bei Sportwetten
Geschrieben von Klaus Ladner   
Sonntag, 23. September 2007

Nur ein sehr geringer Prozentsatz der registrierten Wetter schafft es über längere Zeit hinweg ein positives Ergebnis mit Sportwetten zu erzielen. Der Grund dafür liegt für erfahrene Spieler auf der Hand: Die Mehrzahl der Hobbyspieler beschäftigt sich nämlich in keiner Weise mit den Mechanismen die zur Quotenlegung führen. Für sie steht deshalb immer nur der kurzfristige Gewinngedanke im Vordergrund ohne zu bemerken, dass die eingeschlagene Strategie langfristig verlustträchtig ist. Eine Wettquote wird deswegen häufig nur als Gewinnmultiplikator verstanden. Die Wahrheit ist jedoch viel eher, dass eine Wettquote eine Eintrittswahrscheinlichkeit angibt. Wird beispielsweise eine Wettquote von 4,0 auf ein Ereignis angeboten, dann entspricht dies einer theoretischen Eintrittswahrscheinlichkeit von 25%. Dies kann man leicht ausrechnen indem man 1:4*100 ausrechnet.

Ist man selber in der Lage Eintrittswahrscheinlichkeiten bei Sportereignissen annähernd genau zu berechnen, dann muss man im Wesentlichen nichts anderes mehr tun als nach Quotenabweichungen bei den Buchmachern zu suchen. Kann man beispielsweise vorhersehen, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit für einen Sieg bei 25% liegt, dann wäre – wie oben bereits errechnet – die reale Wettquote für dieses Ereignis mit 4,0 zu legen. Findet man allerdings einen Buchmacher der beispielsweise eine Quote von 4,5 für genau dieses Ereignis anbietet, so muss man diesen „Quotenfehler“ ausnutzen. Um die Überlegung die dahinter steckt besser zu verstehen muss man sich vorstellen, dass diese fiktive Situation 100 Mal hintereinander auftritt. Die reale Quote liegt also bei 4,0, die angebotene hingegen bei 4,5. Nach 100 identischen Spielen kann man davon ausgehen, dass in 25 von 100 Fällen die Wette gewonnen wird. Bei einer Quote von 4,5 würde man allerdings bei einem Einsatz von 100 Euro auf jede Partie ein Gesamtplus von 1.250 Euro erwirtschaften. Hätte man hingegen jedes Mal zur fairen Quote von 4,0 gewettet, so würde nach der letzten der 100 Partien weder ein Gesamtplus noch ein Gesamtminus verbucht werden. Für den ambitionierten Spieler bedeutet diese Erkenntnis, dass nur überhöhte Wettquoten der Buchmacher langfristigen Erfolg mit Sportwetten ermöglichen. Die Kunst überhöhte Quoten zu erkennen bzw. in der Lage zu sein Eintrittswahrscheinlichkeiten genau vorauszuberechnen ist allerdings nur schwer zu erlernen. Schließlich muss man in der Lage sein bessere Voraussagen zu treffen als ein Buchmacher. Keine einfache Aufgabe wenn man sich vor Augen führt, dass die großen Wettanbieter erhebliche Ressourcen einsetzen um immer genauere Vorhersagen zu treffen.

 

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