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Tangotanzen in Buenos Aires
Geschrieben von Lara Seitner   
Dienstag, 10. Juli 2007

Mutet es nicht dekadent an, zum Tangotanzen nach Buenos Aires zu fahren – oder besser: zu fliegen? Gibt es nicht unzählige Möglichkeiten nahe den eigenen vier Wänden in Europa der Tangoleidenschaft zu frönen? Die Antwort lässt sich erahnen.

Buenos Aires ist die europäischste Metropole Südamerikas. Es ist eine Stadt, in der die Einwohner in altehrwürdigen Cafés von verblassender Eleganz in einer argentinischen Tageszeitung blättern, eine Stadt, die man ohne nachzudenken als die Kulturhauptstadt Lateinamerikas bezeichnen kann. Sie besitzt ein pulsierendes Leben, das geprägt wird von seinen Menschen. Und das sind zu fast 100 Prozent Zuwanderer aus dem alten Europa und Nachfahren der spanischen Eroberer. Buenos Aires ist ein Schmelztiegel der Nationen.

Und es war diese Mischung der  Kulturen, aus der der Tango Argentino entstanden ist. Es war das Durcheinander europäischer Sprachen, Musik, das Verweben der Alten mit der Neuen Welt, der Mix aus Armut und Heimatlosigkeit, aus Sehnsucht nach Geborgenheit, der den Tango geboren hat.

Tango gibt es in Buenos Aires überall: in den Hafenvierteln und Hafenkneipen, in den Straßen des Stadtteils San Telmo, in Restaurants, in Cafés und im Theater. Ist es angesichts dieser Geschichte, dieser Gegenwart nicht verständlich, das man oder frau nach Buenos Aires möchte, um seine Tango-Leidenschaft auszuleben? Doch, das ist es! Milongas nennen sich die Tango-Tanzhallen, in denen es nachts von Paaren wimmelt, wo jung und alt diszipliniert ihre Runden über das Tanzparkett zeichnen.

Der Tango erlebt zur Zeit eine wahre Renaissance, in Europa und in seinem Heimatland Argentinien. Der Tango ist wieder zur musikalischen Ausdrucksform der Jugend geworden. Neben dem klassischem Tango gibt es den Hip-Hop Tango, den Rock-Tango, Techno-Tango, Trance-Tango oder auch den Salsa – Tango, also Mischungen unterschiedlicher Musikstile. Der Tango entwickelt sich – und das ist gut so, denn ohne Entwicklung gibt es keinen Fortschritt, weder in der Volkswirtschaft, noch beim Tanzen. Argentinien hat die Entwicklung in beiden Bereichen geschafft, seinen Weg aus der Krise gemeistert. Gerade der Tourismus boomt in Argentinien – und hierzu hat der Tango sicherlich viel beigetragen.

Immer neue Tangolokale schießen in Buenos Aires aus dem Boden. Es gibt sogar schon Milongas für Homosexuelle - undenkbar vor nur wenigen Jahren. Die argentinische Regierung unterstütz ihr Exportgut Tango mit Festivals, Web-Informationen und Kulturzentren in Buenos Aires.

Die alten Milongas hingegen muss man suchen, etwa, wenn man einen Milonguero aus den 1930 oder 1940er Jahren erleben möchte, der einen Grossteil seines Lebens dem Tango gewidmet hat. Aber es gibt nichts, was man in Buenos Aires nicht findet!

 

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