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Nomen est omen – Die verborgene Botschaft der Vornamen
Geschrieben von Schaffer Suchomel   
Montag, 22. Oktober 2007

Nomen est omen – Die verborgene Botschaft der Vornamen Seelenreisen in die Tiefen des eigenen NamensVon Joachim Schaffer-Suchomel„Der Eigenname eines Menschen ist nicht etwa wie ein Mantel, der bloß um ihn herumhängt und an dem man allenfalls noch zupfen und zerren kann, sondern ein vollkommen passendes Kleid, ja wie die Haut selbst, ihm über und über angewachsen…“   GoetheDas Wesentliche im eigenen Wesen erkennenSeit jeher ist es ein Grundbedürfnis des Menschen sich in seinem Wesen zu erkennen, und auch von anderen erkannt und anerkannt zu sein.  Ohne das Wissen, wer wir sind, laufen wir Gefahr Wesentliches, das die Essenz unseres Wesens ist, und Unwesentliches, das alles Fremdbestimmende umfasst, nicht voneinander unterscheiden zu können. Sind wir abwesend droht Unwesentliches sein Unwesen mit uns zu treiben, und uns in nebensächlichen, persönlichen oder kollektiven Schichten der Geschichte und der Geschichten gefangen zu halten. Ohne unser Selbst zu erkennen sind wir nicht selbst-, sondern stets fremdbestimmt. Selbsterkenntnis ist unter anderem die Basis für Teamarbeit, die in Unternehmen immer wichtiger wird, um durch den Synergieeffekt kreative Prozesse vollziehen zu können. Das Wissen um das Selbst ist das Fundament für jeglichen Innovationsprozess. Erkenntnisprozesse in Bildungssystemen, Schulen und Universitäten, sind leichter zu vollziehen, wenn nicht überhaupt erst, wenn Lehrende und Lernende im Grunde genommen bereits wissen oder zumindest ahnen, wer sie sind. Fehlt dieses Fundament, so entsteht aus dem Annerkennungshunger heraus ein Gerangel und Geschiebe, das wir als Mobbing kennen, Kampf und notfalls Krieg um einen Platz im System, sei es im Familiensystem, im Klassenverband, im beruflichen Team oder im Gesellschaftssystem. Nomen est omen – Wesentliches spiegelt sich im Namen wiederKennen wir das Wesentliche unseres Wesens, so können wir uns positionieren und unsere Kräfte auf ein Ziel, auf unsere Bestimmung hin ausrichten. Nur in unserem Selbst vermag alles wie von selbst zu gehen; Selbstverständlichkeiten können entstehen, wenn wir uns selbst verstehen. So wie im Begriff Nomen, das Omen enthalten ist, befindet sich im Wort Namen das Amen. Es bedeutet so sei es! Nomen est omen, die Omen, die Vorbedeutungen und Zeichen im eigenen Namen zu erkennen und anzuerkennen, ist eine von vielen Methoden und Wegen das Wesentliche und damit das Positive in sich und in unseren Mitmenschen zu entdecken. Aufgedeckt und entwickelt werden kann nur, was in uns bereits vorhanden und offenbar ist. Das ist die „Geheime Offenbarung“. Geheim kommt von Heim und steht im Kontext von sich heimisch fühlen. Weg vom Heim wird es uns leicht unheimlich.  Wir leben in der Zeit der Enthüllung des Wesentlichen, des Eigentlichen, unseres Eigenen. Einen anderen Begriff für Enthüllung finden wir im Neuen Testament im Terminus Apokalypse. Unser Wesen zu erkennen wird im apokalyptischen Zeitalter kosmisch von einer hohen Zeitqualität unterstützt - es ist höchste Zeit!

Der Ansatz von Nomen est omen ist phänomenologisch. Der auf das Griechische zurückgehende Begriff Phänomen bedeutet sichtbar machen, erscheinen. Alles was ist, auch wenn es noch so tief im Verborgenen ruht, scheint durch alle Schichten des Lebens hindurch. So spiegelt sich auch das Wesen eines Menschen in seinem Namen wider. 

   Das Wesentliche beim Namen nennenDer uns am meisten vertraute Klang ist der unseres eigenen Namens. Unser Name ist unser ganz persönliches Merk-Mal. Spätestens Tage nach unserer Geburt wurden wir von Ihren Eltern nominiert, wörtlich namentlich vorgeschlagen. Und das werden nur Gewinner oder zumindest Menschen mit hohen Gewinnchancen! Als Namhafter haftet uns ein ganz besonderer Name an, mit welchem wir Träger einer ganz bestimmten Idee von uns und unseren Möglichkeiten sind. Meist bleibt das unbewusst, doch es wirkt! Mit der Nominierung wurde die Türe, wer wir von unseren Möglichkeiten, aber auch Risiken und Grenzen her sind, geöffnet. Renommiert, wieder benannt und bekannt, sind wir, wenn wir unserem Namen alle Ehre gemacht und die Idee von uns verwirklicht haben. Ehre ist mit hohem Ansehen verbunden. Wenn wir uns wie ein ängstliches Tier lebenslänglich verstecken und uns nicht hervorbringen, obwohl Existenz, aus lateinisch ex-sistere, nicht nur vorhanden sein, sondern auch heraus- und hervortreten bedeutet, dann gibt es wenig von uns zu sehen. Sich Kleinmachen und hohes Ansehen widersprechen sich.  Ein Omen kann sowohl ein positives als auch ein negatives Vorzeichen sein. Negative Vorzeichen im Namen sind nicht wirklich negativ im Sinn von schlecht, so wenig wie ein Negativ im Fotolabor ein schlechtes Zeichen ist. Es muss noch entwickelt werden, damit uns seine positive Seite zugute kommen kann. Negative Bilder und Zeichen in Namen zeigen auf Risiken und Lernmöglichkeiten. Das Wortbild Joch in Jochen bedeutet nicht automatisch, dass Menschen mit diesem Vornamen unterjocht werden oder andere unterjochen. Aber es weist auf das Risiko einer Selbst- oder Fremdunterjochung hin. Und es zeigt die Lernchance auf, ein Joch in der positiven ursprünglichen Bedeutung von Verbindung zu erkennen und das Verbundensein zu leben. So ist der Begriff Joch auch mit Yoga verwandt. Ohne kollektive Verpflichtung läuft Jochen tatsächlich Gefahr nur seinem Ego zu dienen und damit sich und andere zu unterjochen. Die Träger gleicher Vornamen ähneln sich im WesenVornamen spiegeln individuelle Prägungen wider, die bei jedem Menschen einzigartig ausfallen. Nicht jeder Hans ist oder macht glücklich. Aber dennoch ist in Hans eine Kraft, die alle Träger dieses Namens besitzen. Der Hans der kann’s! Hans, die Abkürzung von Johannes, wörtlich Jehovas Gnade, ist begnadet, der Name Hans steht für Können und Stabilität. Auch wenn er es vielleicht letztlich nicht kann oder nicht schafft – erinnern Sie sich an den ehemaligen Finanzminister Hans Eichel aus der Ära Schröder –, bleibt das Bestreben von Hans, es zu können und Stabilität zu vermitteln, bestehen.  Die Be-Deutung von Vor- und FamiliennamenSchon der Psychoanalytiker Graf Dürckheim war der Überzeugung, dass der Vorname eines Menschen von Gott gegeben ist, auch wenn Eltern den Namen für ihr Kind ausgewählt haben. Im Vornamen sind unsere Gaben enthalten, die unseren inneren Entwicklungsrahmen bestimmen. Der Familienname dagegen kennzeichnet den äußeren sozialen Rahmen. Im Fall von Hans Eichel wirkt der Familienname Eichel nochmals stabilisierend, denn eine Eichel ist die Frucht der Eiche und diese steht, besonders die deutsche Eiche, für Stabilität und Wertigkeit. Denken Sie auch an das Wort eichen und den Eichmeister, der das gesetzliche Maß prüft. Der Namensträger Hans Eichel öffnet bewusst oder unbewusst und unabhängig vom tatsächlichen Erfolg kollektive Bilder von Glück und Stabilität.In so manchen Namen von berühmten Persönlichkeiten können wir die Essenz von Vor- und Familiennamen erkennen. Der gesellschaftskritische Schriftsteller Bertolt Brecht machte seinem Nachnahmen alle Ehre. Im Verb brecht! steckt die Aufforderung   beispielsweise mit alten Wertvorstellungen zu brechen. „Was ist der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank“ ist eine von vielen Verlautbarungen Brechts. Brechen, was gebrochen werden muss, das Rechte finden und echt sein, sind richtungsweisende Bilder seines Familiennamens. Der Vorname Bertolt kommt aus dem althochdeutschen beraht, das strahlen, glänzen bedeutet; siehe das englische bright, das hell und strahlend heißt. Das althochdeutsche olt bedeutet walten, herrschen und gab Bertolt Brecht die Kraft, gesellschaftskritisch zu sein und Idealen zum Glanz verhelfen zu wollen; alte und ursprüngliche Ideale und Werte wieder ans Tageslicht zu bringen, zu halten und zu bewahren – siehe die Namensvariante Berthold, das englische hold heißt gehalten und das englische old bedeutet alt.Ein dramatisches Beispiel dafür, dass nicht nur Licht-, sondern auch Schattenwelten von Namen Wirklichkeit werden können, liefert uns Adolf Hitler. Der Vorname Adolf bedeutet Edelwolf. Im Negativen versuchte er als „Führer“ eine edle, arische Rasse zu bestimmen und von ihm bestimmtes Unedles zu vernichten, was in den Holocaust führte. Er handelte einsam und reißerisch wie ein Wolf. Im Familiennamen Hitler ist das Wort hit, das schlagen bedeutet, siehe auch der Hit als Begriff für Schlager. Hitler wollte mit seinen Allmachtsfantasien stets der Größte mit dem größten Hit sein! Die weiteren Wortbilder heil und heilt, die durch Buchstaben vertauschen (= Anagramm) entstehen, wurden durch den Propagandaslogan „Heil Hitler“ bekannt. Auch die Anagramme eilt und teilt förderten Hitlers Handeln und eskalierten im Krieg an allen Fronten. Ganz mulmig wird es einem zumute, wenn wir erfahren, dass der ursprüngliche Name von Hitlers Vater Schicklgruber war, was wörtlich schick in die Grube bedeutet; ein Aberwitz bei sechs Millionen Juden, die während des Dritten Reichs in die Grube geschickt wurden. Das Beispiel Adolf Hitler lehrt uns, dass wir Licht-, aber auch Schattenwelten unseres Wesens hervorbringen können.  Licht- und Schattenspiele in NamenIn jedem Namen spiegeln sich Stärken und Schwächen einer Persönlichkeit wider, die sich in einem Stärke-Schwäche-Spiegel  darstellen lassen (mögliches Beispiel Stärke-Schwäche-Spiegel Joachim). Ein Zuviel von einer Kraft, sprich Überdosis, ist genauso problematisch wie ein Zuwenig, sprich Mangelerscheinung. Analog ist Übergewicht, also Fettsucht genauso schädlich und gefährlich wie Magersucht. Bei zu wenig Wasser trocknen wir aus, bei zu viel Wasser schwemmen wir auf oder in einem anderen Bild verdursten wir bei zu wenig Wasser und ertrinken bei zu viel. Die Kunst besteht darin, die eigene Mitte zu finden und diese zu halten, ohne festzuhalten. Erst mit dieser Kunst des Haltens entsteht das Gefühl des Gehaltenseins. In der Mitte löst sich die scheinbar unüberwindbare Gegensätzlichkeit von Halten ohne (Fest)Halten in Vertrauen und Gelassenheit auf. Die assoziativ-etymologische MethodeDer Begriff Assoziative Etymologie wurde vom Autor geprägt. Mit dieser Methode schließen wir einerseits von der Ursprungsbedeutung eines Namens auf die Persönlichkeit des heutigen Namensträgers, indem wir Assoziationen also gedankliche Vorstellungen von Altem und Neuem miteinander verknüpfen. Natürlich ist eine 1:1-Übertragung nicht möglich, weil Inhalte auch im jeweiligen soziokulturellen Kontext gesehen werden müssen. Erich, als (altgermanischer) Alleinherrscher wird seine Ursprungskraft heute in neuer Form leben müssen, will er nicht in Zeiten weiblicher Emanzipation gemeuchelt werden. Dennoch bleibt die ursprüngliche Kraft in ihm präsent. Der Inhalt bleibt gleich, aber die äußere Form verändert sich. Sonst müssten schließlich auch alle Erichs gleich aussehen. Jeder Erich wird seine eigene, seine persönliche Form finden. Jeder Namensträger prägt die wirkliche Bedeutung seines Namens auf seine Weise. Die Assoziative Etymologie nutzt für die Deutung die den Namen innewohnenden Wortbilder und Anagramme, das sind Wortbilder, die durch Buchstabenumstellung entstehen. Nehmen wir das Beispiel Joachim, von hebräisch jehojakim, das Jahwe (als Name für Gott) wird aufrichten bedeutet, so haben wir am Anfang des Lebens von Joachim das Wortbild Jo, das für Ja, Lebensbejahung und Optimismus steht. Und wir haben das bereits erwähnte Anagramm Joch, in welches Joachim in einer späteren Phase gezwängt werden wird, und das einen optimalen Entwicklungsrahmen für diesen Namensträger darstellt. Erst wenn sich Joachim diesem Wachstumsrahmen stellt, wird er von Gott aus der Tiefe aufgerichtet. Vor der Akzeptanz des Jochs erlebt Joachim das Joch unter Umständen als Ochsenjoch, als Zwang und Unterdrückung und hadert meist mit seinem Schicksal. Vielleicht war er zuvor zu hoch emporgestiegen und hat sich bereits von Gott aufgerichtet gefühlt, und musste aus Gefühlen der Allmacht zurück ins Joch gebracht werden. Das Anagramm och in Joachim, das wir als Ausruf der Enttäuschung benutzen, und das Wortbild ach, das außer für Enttäuschung auch für ächzen und krächzen steht, verdeutlichen die „negativen“ Gefühlswelten, die Joachim durchlaufen muss, bis er im letzten Drittel seines Lebens zu seiner wirklichen Größe kommen kann. Vorausgesetzt er bleibt nicht im Ächzen und Krächzen und Jammern über sein Joch hängen, um in einer erneuten Inkarnation in den Genuss seines Wiederaufrichtens kommen zu können.  Zukünftige Lebensphasen scheinen in Namen durchUrsprungsbedeutung sowie die Reihenfolge von Wortbildern, Anagrammen und auch Buchstabenfolgen spiegeln sich in Lebensgeschichten wider. Wir können ein ungefähres Bild von zu erwartenden Lebensphasen ableiten. Mit dem J, fährt in der lateinischen Schreibweise Joachim unter die Linie in die Tiefe, was ihm Tiefgründigkeit verleiht. Als Halbkonsonant ist das J dem Vokal i zugeordnet, das zum Stirnchakra gehört und das Dritte Auge und Licht symbolisiert. Ein kleines i ähnelt einer brennenden Kerze. Diesem Vokal, der in Joachim gleich zweimal vorkommt, verdankt er seine Intuition. Mit dem O geht Joachim auf der Vokalleiter nach unten und nach innen, in den Bauch. Der Vokal O wird dem Bauchchakra, zugeordnet. Im Bauch entstehen und rumoren unsere Gefühle. Mit dem folgenden a in Joachim steht er wieder auf, weil das A von der Form her Stabilität und als erster Buchstabe im Alphabet den Anfang symbolisiert. Auf diese Art und Weise können wir dem Weg der Buchstaben folgen bis wir zu guter letzt bei Joachim zum m kommen. Das M steht für Ganzheitlichkeit; als Symbol besteht es aus einer sich spiegelbildlich gegenüberstehenden 1 oder in einem anderen Bild aus zwei Senkrechten, die in der Mitte einen V-Trichter halten, der ein Energiereservoir darstellt. Das V selbst steht für Victory, also für Sieg, den sicherlich Viktoria erringen möchte. Große Worte wie Mutter, die wie auch das Meer scheinbar endlos viel Energie zu halten vermögen, beginnen nicht umsonst mit dem richtungsweisenden Anfangsbuchstaben M. Weiter steht das M für Zufriedenheit und Genuss, so wie wir ein gutes Essen mit dem Ton „hmm“ verspeisen.  Gefahr und Möglichkeit von Namensdeutungen

Namensdeutungen bergen die Gefahr, unser vereinfachenden Schubladendenkens zu verstärken und statt mit den Menschen weiterhin über andere Menschen zu reden. Obwohl mitteilen im Grunde bedeutet, dass wir mit den Teilen sind. Gleichzeitig aber bieten Namensdeutungen die Möglichkeit, ein besseres Verständnis von uns und anderen zu entwickeln. Gehen wir weise mit diesem Wissen um, so kommen wir uns und anderen Menschen und damit der Liebe ein Stück näher. Das entspricht dem Aphorismus: „Liebe ist der kürzeste Abstand zwischen zwei Menschen“, und demgemäss auch der kürzeste Abstand zu sich selbst und seinem Wesen.

Über den Autor

Joachim Schaffer-Suchomel, 1951 geboren, hat sich nach seinem Studium der Pädagogik und Psychologie in den Bereichen Kommunikation und Konfliktlösung fortgebildet.

Es begeistert ihn von jeher, Menschen wachsen zu sehen und sich gleichzeitig als Teil dieses Wachstums zu verstehen. Erkann auf eine langjährige Erfahrung als Coach, Head-Coach und Entwickler vonCoachingstrukturen zur Persönlichkeitsgestaltung zurückblicken. An verschiedenen Universitäten ist er als Dozent tätig. 1995 gründet er gemeinsam mitseiner Frau Michaela das Cochingsinstitut Brainfresh, in welchem Workshops zur Persönlichkeitsentwicklung, Namensdeutung und Gesundheitsseminare stattfinden. Der leidenschaftliche Sprachaqnalytiker hat mit Klaus Krebs als Koautor das Buch „Du bist, was du sagst“ geschrieben (mvg Verlag, Heidelberg 2006), ein Nachschlagewerk für die kollektiven Bilder hinter den Wörtern.

Zeitgleich mit dieser Ausgabe „Die Andere Realität“ erscheint bei Goldmann/Arkana sein Buch zur Deutung von Vornamen.

Weitere Informationen:

www.nomenestomen.net

 

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