Natur & Umwelt
Das Klima Amerikas
| Das Klima Amerikas |
| Geschrieben von Philipp Rüger | |
| Donnerstag, 26. Juli 2007 | |
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Der äußerste Norden gehört klimatisch zur polaren Zone. Sie wird durch das lange Fehlen der Sonneneinstrahlung im Winter und durch den schrägen Strahleneinfall im Sommer gekennzeichnet. Den nordamerikanischen Archipel um-schließt ein Eisgürtel. Nordalaska und die Nordküste Kanadas entsprechen in klimatischer Hinsicht dieser Inselwelt. Die Küsten des übrigen Alaskas stehen unter dem Einfluss der benachbarten Meere. Im Innern Alaskas und im Mackenzie-Becken Kanadas herrscht kontinentales Klima mit langen strengen Wintern und kurzen, aber warmen Sommern. In der Gegend der Hudson-Bay, die 1600 km in die Landmasse eindringt, sind die Sommer wegen des Wärmeverbrauchs beim Schmelzen des Eises sehr kühl. Dasselbe gilt für Labrador, wo das arktische Klima am weitesten nach Süden vordringt. Die von Norden nach Süden verlaufenden Gebirge im Osten und Westen bestimmen weitgehend das Klima der gemäßigten Zone Amerikas. Die weitaus größere Landausdehnung als bei Europa verursacht stärkere Klimaschwankungen. Im großen lassen sich in der gemäßigten Zone drei Klimaregionen unterscheiden:
In der Region 1 sind die Gebirge zu flach, um als Klimascheiden zu wirken. An der Küste wie im Innern sind daher die Sommer heiß, die Winter kalt. Unterschiede ergeben sich natürlich nach der Breitenlage, wobei im Norden die Hudson-Bay und auch die kanadischen Seen im Frühjahr als Eiskeller, im Süden der Golf von Mexiko zur Winterzeit als Wärmespeicher wirken. Die großen Ebenen Kanadas und der USA wären eine Wüste, wenn nicht dem nördlichen Teil Kühle und dem südlichen reichliche Niederschläge vom Golf her zugeführt würden. Die 2. Region beherrschen trockene, teils wüstenhafte Hochflächen mit aufgesetzten Gebirgen. Die Niederschläge beschränken sich auf die Gebirge, die hoch hinauf bewaldet sind. Die 3. Region hat echtes Küsten- und Meeresklima mit reichlichen Niederschlägen, die nach Süden zu abnehmen und in Südkalifornien ganz aufhören. Die nordamerikanische Landmasse reicht gerade an das Gebiet der Tropen heran: An der Golfküste, in den Niederungen des Mississippideltas und an der Südspitze Floridas herrschen annähernd tropische Temperaturen, die eine fast tropische Vegetation ausbilden. Erst in verhältnismäßig später Zeit, im Tertiär, haben sich die heutigen Umrisse und die Oberflächengestaltung Nordamerikas herausgebildet. Im Diluvium, das erdgeschichtlich unserer Epoche voranging, erlebte Amerika ebenso wie Europa Eiszeiten mit Vorstößen und Rückbildungen des Inlandeises, die die Gestalt des Kontinents noch mannigfach veränderten: Das Eis zog sich in den äußersten Norden zurück. Die riesigen, vom Eis ausgehobelten Becken füllten sich mit Wasser. Sie bilden heute die zahlreichen Seen Kanadas und Labradors sowie die große nordamerikanische Seenplatte. Die eisfreien Flächen erhielten damals sehr reiche Niederschläge. Bei der geringen Verdunstung stauten sich gewaltige Wassermassen. Sie bahnten sich einen Ausweg und schufen dabei die großen Stromtäler. Weiträumige Verbiegungen der Erdkruste, verbunden mit Hebungen und Senkungen, veränderten teilweise die Küstenlinie. Vorheriger BeitragBangkirai - nicht gleich Bangkirai? - Nächster Beitrag: Ein Nymphensittich oder doch lieber zwei? |
