Lifestyle
Neon light
| Neon light |
| Geschrieben von Robert Hartl | |
| Donnerstag, 6. September 2007 | |
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Bei Trendsettern in Barcelona oder Amsterdam sind sie bereits angekommen: Knallfarben. Neon und lautes Pink, Grün oder Gelb zieren nicht nur Taschen oder Brillen, sondern auch Blousons und Röhrenhosen, dazu bunte Sneaker oder spitze Tanzschuhe. Kombiniert mit Schwarz und Weiß entstehen gewollte Stilbrüche. Dabei gilt: Je verrückter der Kontrast, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, in der Modeszene als „Informierter“ zu gelten. Das ist das größte Lob, was die Fachkreise aussprechen können. Dabei muss man keine Fernreise machen, um den richtigen Riecher für die kommende Saison zu erlangen. Zahlreiche europäische Modemetropolen sind hierfür ebenfalls sehr maßgebend. Wer nun den Urlaub nicht gleich für die Trends nutzen möchte, der kann ja auch die einschlägigen Modezeitschriften lesen. Dazu muss man aber erstens bedenken, dass diese Zeitschriften von vielen gelesen werden und zweitens diese Informationen schon deutlich gefiltert sind. Knallenge Hose in schwarz-weiß-kariert, neongelbe Tanzschuhe und weißes Hemd bei den Männern, Minis mit roten Leggins und neongrüner Handtasche bei der Damenmode und für beide Geschlechter die riesige Sonnenbrille – wer als trendy gelten will, muss schon Mut zur Lücke haben. Dass zum Beispiel schmale Hosen wiederkommen, war so sicher wie das Amen in der Kirche: Nach Regen folgt Sonnenschein, nach der Nacht der Tag, nach der weiten Hose die enge Hose. Das Comeback der 80er Jahre deutete sich bereits an, als Jacken im Stil der Motorradjacken wieder vorsichtig gezeigt wurden, deutete sich an, als oversized Strickpullis wieder die Kollektionen bereicherten. Grundregel Nummer eins: Werden die Oberteile voluminöser, müssen die Hosen schmaler werden. Immer öfter finden wir Insignien der 80er Mode, über die wir vor wenigen Jahren noch behaupteten „es war einmal“: Slipper, Madonna-Look, Sakkos mit T-Shirt á la Sonny Crocket, Röhre, Leggins, Blusenkleider, laute Muster und Farben, Butterfly-Ärmel oder Kurzblousons – die alten Bekannten sind wieder da. Wenn Neon-Pink, -Gelb oder -Grün wieder auf dem Vormarsch sind, wird es nicht mehr lange dauern, bis wir auf der Straße wieder hippe Menschen sehen, die sich bunte Phantasie-Orden an die Jacke geheftet haben. Selbst unser Haupt zieren wieder Frisuren, die in den 80ern bis ins Extrem vorgelebt wurden: „Vokuhila“ – vorne kurz, hinten lang, das ist heute wieder up to date, wenngleich natürlich modernisiert, weniger extrem und facettenreicher. Ob der vor 25 Jahren gepflegte Oberlippenbart sich aber noch einmal durchsetzen wird, darauf darf gewettet werden. Zumindest dürften sich schmale Krawatten wieder durchsetzen. |
