Kunst & Kultur
Keilrahmen
| Keilrahmen |
| Geschrieben von Bernhard Heß | |
| Mittwoch, 18. Juli 2007 | |
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Ein Keilrahmen ist das Grundgerüst einer bespannten Leinwand. Es besteht aus zusammen gesetzten Holzleisten. Er hält letztlich das zusammen, was bei der Betrachtung von Kunsthandwerk und Kunst vermittelt wird. In der Geschichte der Malerei wurden als Gründe für Malereien massive Holzplatten verwendet, erst im Spätmittelalter wurde bei Auftragsarbeiten damit begonnen, auf Keilrahmen gespannte Leinwände einzusetzen. Ein Grund dafür waren die immer größer werdenden Bildformate. Aus dieser Zeit sind nur wenige bespannte Rahmenkonstruktionen erhalten geblieben, bei denen die Eckverbindungen und stabilisierenden Querverbindungen verzapft und teilweise mit Nägeln gesichert sind. Die Leinwand wurde aufgeklebt und zum Teil mit Holzstiften festgenagelt. In verschiedenen Regionen wurde die Leinwand sogar mit Schnüren auf dem Holz befestigt. Es ist auch möglich, eine rückseitig eingelegte Holztafel zur Stabilisierung der Leinwand zu nutzen. Die Befestigungen der Leinwand auf der vorderen Seite werden später durch den Bilderrahmen bedeckt. Ein heutiger Keilrahmen besteht aus vier Leisten, deren Enden mit Zapfen und Schlitzen versehen sind. Diese werden mittels einer beweglichen Steckverbindung verbunden. Nach dem Aufziehen und Grundieren der Leinwand kann die Spannung durch in die Ecken eingesetzte Keile erhöht oder reduziert werden. Bei größeren Leinwänden ist es problemlos möglich, zwei identische Rahmenkonstruktionen gleichen Querschnitts aneinander zu fügen, diese werden Doppel- bzw. Viererkreuz genannt. Die Holztafel zur Stabilisierung der inneren Leinwand wirkt sich als Gewichtsnachteil aus. Nach dem Zusammenstecken der Leisten eines Keilrahmens muss beim Aufziehen des Gewebes darauf geachtet werden, dass es fadengerade gespannt wird – alle Fäden müssen also parallel zur Rahmenkonstruktion verlaufen. Vom korrekten Aufziehen der Leinwand hängt unmittelbar die Qualität der fertig grundierten Leinwand und somit des geplanten Bildes ab. Es ist darauf zu achten, dass Keilrahmen nicht auf längere Zeit einer hohen oder zu niedrigen Luftfeuchtigkeit ausgesetzt werden. Ebenfalls ist darauf zu achten, dass die meisten Gewebe sich beim Befeuchten zusammenziehen und stärkere Kräfte auf den Rahmen ausüben – daher sollte vor dem Grundieren die Leinwand etwas lockerer aufgespannt werden um nach dem Schrumpfen eine ebene Fläche zu bilden. Vorheriger BeitragFrank Millers Batman - Nächster Beitrag: Das "Haus des Lebens" - eine altägyptische Institution |
