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Nicht viele Künstler können für sich beanspruchen einen Meilenstein abgeliefert oder gar ein Genre revolutioniert zu haben. Der Comiczeichner Frank Miller, der sich mittlerweile auch in Hollywood mit seinen erfolgreichen Filmen Sin City oder 300 einen Namen gemacht, ist so ein Künstler.
1986 legte er mit der preisgekrönten Novelle "Die Rückkehr des dunklen Ritters" ein Comicbuch vor, dass den gesamten Comicmarkt auf den Kopf stellte. Fortan waren Comics keine schäbigen Hefte, die man nur verborgen hinter einem Buch las, ganz öffentlich griffen auch Erwachsene zu den Geschichten mit den Superhelden. Comics wurden erwachsen. Frank Miller nahm sich für diesen Neuanfang der Legende von Batman an, einen Comicsuperheld, der seit seinem ersten Auftreten 1939 eine erstaunliche Geschichte mit vielen Wandlungen vorweisen konnte. Aber nie war die Wandlung von Batman oder einer anderen Comicfigur so radikal, wie in Millers dargestellten Story. War der Batman den meisten Menschen aus der campigen Fernsehserie aus den Sechzigern ein Begriff für Spießbürgertum und übertriebenen Slapstick, so führte Miller Batman wieder zurück zu seinen dunklen Wurzeln und gab ihm das Image eines zynischen Rächers.
Millers Batman ist nicht der saubere Held oder amerikanische Patriot. Er ist in die Jahre gekommen und hat eigentlich seinen Drang, als kostümierter Rächer nachts den Kriminellen von Gotham City aufzulauern, seit zehn Jahren abgeschworen. Doch die täglichen Nachrichten über sinnlose Gewalt, die in Gotham wuchert, lässt den gelangweilten Ruheständler Bruce Wayne wieder zu seinem alten Ego Batman werden. Dabei kommt den Medien und den Reaktionen der Bürger und der staatlichen Organe in "The Dark Knight returns", wie die Originalausgabe im Englischen heißt, eine herausragende Bedeutung zu teil. Aufgrund der Berichterstattungen im Buch wird das Tun von Batman nur noch von den wenigsten Einwohnern Gotham Citys gutgeheissen. So gelingt es Miller, der Titelfigur einiges vom dem Flair und der Glaubwürdigkeit zurückzugeben, die der Comicsuperheld in den Anfangsjahren genossen hat. Letztendlich wird der dunkle Ritter selbst zum Gejagten, der, nachdem er Gotham City von der Plage der Mutantengang und anderen Kriminellen befreit hat, sich letztendlich einer Person stellen muß, mit der er früher befreundet war: Superman. Der Kryptonier arbeitet mittlerweile unerkannt für den Staat als Superpolizist und scheut Anfangs die Auseinandersetzung mit seinem damaligen Teamkollegen.
Und so endet Frank Miller Geschichte mit dem finalen Kampf der ehemaligen Freunde, die beide das Schicksal teilen, in einer Welt zu leben, in der sie nicht mehr erwünscht sind. Frank Miller "Die Rückkehr des dunklen Ritters" gewann mehrere Auszeichnung und setzt auch heute noch im Comicgenre Massstäbe, da der Comic wie am Erscheinungstag noch immer frisch und jung wirkt. Vorheriger BeitragDie Kunst der Radierung - Nächster Beitrag: Keilrahmen |