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Die Kunst der Radierung
Geschrieben von Bernhard Heß   
Dienstag, 7. August 2007

Schon die Waffenschmiede und Plattner des späteren Mittelalters kannten ein Ätzverfahren zum Verzieren von Waffen und Rüstungen. An dieser Stelle begann sich das Kunsthandwerk der Radierung zu entwickeln. Sie brachten eine säurebeständige Wachsschicht auf einen Metallgrund auf, ritzten die benötigten Ornamente dort ein und ätzten diese im Anschluss mittels Säure aus. Auf diese Weise wurden die Ornamente in Vertiefung auf dem Werkstück erkennbar.

Zu Anfang des 16. Jahrhunderts eigneten sich erst die Goldschmiede und später auch viele andere Künstler dieses Verfahren für die Tiefdrucktechnik an – der Siegeszug der Radierung hatte begonnen.

Frühzeitige Werke der Radierung wurden durch den wohlbekannten Kupferstecher A. Dürer angefertigt, allerdings damals noch auf Platten aus Eisen. Mit der Entdeckung eines verwendbaren Ätzgrundes aus Kupfer wurde diese neuartige Technik immer mehr perfektioniert. Rembrandt – der große Meister der Radierkunst führte an verschiedenster Dekoration diese Disziplin zur Vollendung.

Bis heute hat die Faszination der Technik der großen Meister keineswegs gelitten.

In der Kunst der Radierung sind die verschiedensten Arbeitsweisen eingeschlossen. Die Strichätzung und Kaltnadel gehören genauso zum Angebotsspektrum wie Vernis mou und Aquatinta. Diverse gemischte Techniken, zum Beispiel mit Kupferstich und Schabekunst werden in der Praxis in Geschichte und Gegenwart eingesetzt.

Durch die Erfindung der Radierung eröffneten sich der Kunst neue Möglichkeiten. War es beim Kupferstich unter anstrengendem Kraftaufwand noch nötig, das erwünschte Bild mit größter Präzision direkt in die Platte hineinzugraben, so wurde durch die Radierung eine angenehmere und freiere Bearbeitung möglich. Die Linien wurden nun nicht mehr ins Metall direkt gestochen, sondern hinein geätzt. Dabei wurde die eigentlich kraftraubende Arbeit durch die Säure übernommen. Genau wie der Kupferstich ist also die Radierung ein Tiefdruckverfahren, bei dem die verwendete Farbe in die eingravierten Vertiefungen des Druckstockes hinein läuft und unter starkem gleichmäßigem Druck der Presse seitenverkehrt aufs Papier gebracht wird. Mit einiger Erfahrung kann man am Druck die verwendete Technik ablesen.

 

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