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3D Visualisierung antiker Technik - Das Schöpfrad
Geschrieben von Dipl.-Ing. L. Wienke   
Sonntag, 1. Juli 2007

Einen komplizierteren Mechanismus, dessen Herstellung exakte Naturbeobachtung, geometrische Grundkenntnisse und handwerkliche Fähigkeiten voraussetzte, weisen die in der Antike entwickelten Schöpfräder (etwa ab dem 3. Jahrtausend v. u. Z.) auf. In Ägypten waren es die Sakije, die sich über ein von Kamelen oder Ochsen angetriebenes Göpelwerk bei niedrigem Wasserstand des Nils mit dem Schaduf in die künstliche Hebung des Wassers teilten. Andernorts unter Weglassung des Göpelwerkes in rascher und gleichmäßiger fließende Gewässer eingehängt und von der Strömung angetrieben, füllten sich die Gefäße des Schöpfrades mit Wasser, stiegen mit jeder Umdrehung des Rades nach oben und entleerten ihren Inhalt in hölzerne Rinnen, die das Wasser den Feldern zuführten.
Der Durchmesser der Schöpfräder nahm bereits der Förderhöhe entsprechend beachtliche Ausmaße an. Rückblickend betrachten wir das Schöpfrad, das eine der Muskelkraft weit überlegene Leistung entwickelte, als den Prototyp aller nachfolgenden Kraftmaschinen. Es entbehrt nicht der Ironie, dass fast gleichzeitig mit dem Wasserrad, das den Menschen die Arbeit zu erleichtern vermochte, Tretrad und Tretmühle erfunden wurden, Sinnbild der schwersten und stumpfsinnigsten Arbeit, der schamlosesten Form der Ausbeutung menschlicher Muskelkraft.
Der Ideenreichtum und die Schöpferkraft des Menschen ließen sich auch im Schatten des Tretrades nicht unterdrücken. Aufzeichnungen aus dem 1. Jahrtausend v. u. Z. zeigen bereits völlig neue technische Lösungen, nämlich Pumpen zur Wasserhebung, die von Zugtieren angetrieben wurden, wobei die Kraftübertragung durch Zahnräder erfolgte.

Ein ähnliches Antriebs und Kraftübertragungsprinzip lässt ein paternosterähnliches Schöpfwerk erkennen, das der Wasserversorgung des Königspalastes in Babylon diente.
In einem Projekt für Universitäten und Schulen sollen nun historische Bauwerke, Erfindungen und Maschinen der Antike am Computer dargestellt werden.
Dabei soll nicht nur einfaches 2D Bildmaterial gezeigt werden, sondern vorwiegend 3D Animationen, technische Modelle in 3D Darstellung und 3D Architektur Visualisierung.
Die neuen Möglichkeiten der 3D Visualisierung eröffnen Interessierten, Studenten und Wissenschaftlern völlig neue Wege, die damalige Baukunst und Technik nachzuvollziehen und zu verstehen.

 

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