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Girokonten für Ältere Menschen
Geschrieben von Henning Petrat   
Freitag, 29. Juni 2007

Schaut man sich auf dem Markt für die verschiedensten Produkte und Angebote um, so fällt auf, dass der Großteil nur für junge Menschen oder Menschen im mittleren Lebensalter gemacht ist. Die Gruppe der ab 50jährigen wird hierbei zwar nicht völlig vergessen, jedoch sind hierbei Konsumangebote eher rar. Ein Beispiel sind Mobiltelefone, die kaum für ältere Menschen hergestellt sein können, wenn die Tasten zu winzig sind und auf dem Display eine Unmenge an Informationen in kleiner Schrift (trotz großer Displays) dargestellt werden. Nur wenige Hersteller haben hier den Mut, die ältere Zielgruppe direkt anzusprechen und Produkte auf den Markt zu bringen, bei denen physiologische und psychologische Besonderheiten der älteren Nutzer berücksichtigt werden. In gewisser Weise werden hier sogar Marktpotenziale verschlafen, denn eine solche reiche Rentnerschaft mit vergleichsweise permanent hohen Bezügen wird es wohl kaum noch einmal geben.

Der Großteil der Banken bietet schon seit Jahren Girokonten an, die man mit Online Banking führen kann. Nun ist es kein großes Geheimnis, dass ältere Menschen damit so ihre Probleme haben, jedoch auch ganz gern die Vorteile eines Girokontos nutzen wollen, das möglicherweise kostenlos ist. Erstens müssen sie einen PC bedienen können, des Weiteren Grundkenntnisse in der Handhabung eines Internetbrowsers haben und zu guter letzt bei ihrem PC auch noch an Sicherheitsvorkehrungen wie Antivirenprogramm und Firewall denken. Das und sicher noch einiges mehr müssen Nutzer bei einem Online Girokonto auf jeden Fall beherrschen, bevor sie zum Online-Banking übergehen. Dies ist ganz gewiss mit Hürden und viel Lernaufwand verbunden, weshalb sich vielerorts auch schon Rentnerzirkel gebildet haben, in denen man sich untereinander hilft und auch solche alltäglichen Probleme bespricht. Auch Banken sollten hier ihren Beitrag leisten und die ältere Kundschaft an die modernen Kontoführungsmöglichkeiten heranführen, denn einen Nutzen können sich ganz gewiss beide Parteien davon versprechen. Man muss sich einmal überlegen, dass man ein kostenloses oder wenigstens günstiges Girokonto bekommen kann, bei dem auch noch eine Kreditkarte, Guthabenverzinsung und günstiger Dispositionskredit dabei sind. Viele können aber das Angebot nicht nutzen, weil es an eine Online Kontoführung gekoppelt ist. Wer dann also auf eine Filiale angewiesen ist, der zahlt in der Vielzahl der Fälle deutlich mehr für sein Girokonto. Man sollte verstehen, dass auch ältere Menschen Bedürfnisse nach Komfort haben, genauso auch neues hinzulernen wollen und nicht nur einfach „abstumpfen“ wollen. Wenn man ihnen jedoch keine Angebote unterbreitet, so werden die Älteren unter uns immer mehr gesellschaftlich ausgegrenzt.

 

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