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Bei der Kreditanfrage stehen dem Bauherren oder Käufer noch alle Türen offen |
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Geschrieben von Sebastian Brinzing
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Sonntag, 17. Juni 2007 |
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Wer heute ein Eigenheim kaufen will, muss nicht mehr unbedingt über eigenes Kapital verfügen" - so die oftmals vollmundigen Versprechungen von Finanzierungsgesellschaften. Zwischenzeitlich gibt es sogar schon Online-Vermittler, die Baukredite und Baufinanzierung über den vollen Kaufpreis einer Immobilie vergeben. Doch was steckt dahinter? Keine Bank hat in heutiger Zeit etwas zu verschenken, schon gar nicht in Bezug auf die neuen Basel-II/Rating-Kriterien, bei denen die Bank verlangt, dass alles doppelt und dreifach abgesichert ist.
Wer als Experte behauptet, die gängige Formel "30 Prozent Barmittel sind zum Kauf von Eigentum unnötig", handelt in den meisten Fällen unseriös. Zwar sind die Zinsen auf einem derart niedrigen Stand, was jedoch keinesfalls bedeutet, dass deshalb alles glatt laufen muss. Ein Rundum-Kredit als Finanzierungsweg, und das oftmals noch an junge, gut verdienende Kunden ohne Familie, kann schnell nach hinten losgehen.
Die angeblichen Experten begründen den Kauf ohne Eigenkapital und die angebliche Sicherheit damit, dass heute von den meisten zwar lange Ausbildungszeiten in Kauf genommen werden, bei denen die Ersparnisse auch nicht besonders hoch ausfallen. Dafür fallen die monatlichen Gehälter hinterher umso höher aus und sind mit einem enormen Wachstumspotenzial versehen. Nicht selten bieten Finanzierer Kredite mit dem Neunfachen des Jahreseinkommens an, noch schlimmer: sie bieten dem Kunden auch noch eine 110prozentige Finanzierung an.
Am Ende wird der Kredit nicht nur verteuert, auch die Zahlungen an Zinsen verschlingen bei dieser Art der Finanzierung das vierfache des normalen. Wird dann noch eine Zinsbindung von 10 Jahren vorgeschrieben, dann muss anschließend mit der Bank auch noch über einen Anschlusskredit verhandelt werden. Und in zehn Jahren können die Zinsen doppelt so hoch sein wie heute. Wehe, wer dann eine Familie gründen will.
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